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PARKINSON BEHANDELN

Die Parkinson Therapie ist vielseitig: Ein Überblick

Parkinson ist eine chronische Krankheit, die bis jetzt nicht geheilt werden kann. Nichtsdestotrotz gibt es mittlerweile viele Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu kontrollieren und die bestmögliche Lebensqualität für viele Jahre aufrecht zu halten.

Wie wird Parkinson behandelt?

Um Parkinson zu behandeln, gibt es verschiedene Schritte bzw. Methoden, welche meist kombiniert werden. Wichtig für die Therapie ist, dass diese an das Alter des Betroffenen angepasst wird, da nicht alle Methoden für jeden Patienten geeignet sind. Ebenso ist es relevant, frühzeitig und effizient mit der Behandlung zu starten.

Die Parkinson Behandlung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Fortgeschrittene medikamentöse Therapie
  • Nicht-Medikamentöse Therapie (Physiotherapie, Logopädie, Psychotherapie)
  • Operative Behandlung

Therapieziele für Parkinson-Patienten

Ziel der Parkinson Therapie ist es vorrangig, die Selbstständigkeit des Patienten solange als möglich zu gewährleisten. Dies bezieht sich vor allem auf die Lebensbereiche wie Berufstätigkeit, Familie und Freunde. Auch gesellschaftliche Angelegenheiten oder Freizeitaktivitäten sollen bestenfalls weiterhin ausgeübt werden können. Dies würde gleichzeitig einen geringeren Bedarf an Pflegebedürftigkeit des Betroffenen bedeuten. Des Weiteren ist es Ziel die autonomen, motorischen und nicht motorischen Beschwerden zu reduzieren. Da im Zuge der Erkrankung oftmals psychische Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten auftreten, gilt es diese ebenfalls zu therapieren. Außerdem sollen durch diverse Therapien sekundäre orthopädische und internistische Begleiterkrankungen eingedämmt oder sogar unterbunden werden. All die Ziele sind abhängig von Krankheitsverlauf und Alter des Patienten und können deswegen variieren.


Orale medikamentöse Parkinson Therapie

orale medikamentöse parkinson therapie

Die medikamentöse Therapie ist das Fundament einer Parkinson Behandlung. Sie hat den Zweck, den entstandenen Dopaminmangel des Betroffenen auszugleichen und infolgedessen die Symptome zu lindern. Am besten wirken die Medikamente, wenn sie bereits im Frühstadium der Erkrankung zum Einsatz kommen. Auf diesem Wege kann die Lebensqualität des Patienten bestmöglich erhalten bleiben und Beschwerden werden eingebremst. Wichtig hierbei ist, dass medikamentöse Therapien im Laufe der Krankheit stets neu angepasst werden müssen.

Folgende Medikamente können im Rahmen der Parkinson Therapie zu Einsatz kommen:

Levodopa

Bei Parkinson Patienten ist die Dopaminzufuhr nicht ausreichend. Levodopa hat den Vorteil diesen Mangel zu kompensieren, da es den Dopaminspiegel erhöht. Dies funktioniert, da das L-Dopa direkt an die Regionen im Gehirn gerät, welche während einer Parkinson Erkrankung normalerweise nicht erreicht werden. Dort wird das Levodopa dann zu Dopamin umgewandelt, was durch das sogenannte Enzym Dopa-Decarboxylase geschieht.

Bei der Dosierung von L-Dopa muss der Arzt besonders behutsam vorgehen. Es gilt die Aussage „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Zu Beginn ist das Medikament meist gut verträglich doch nach mehreren Jahren kann das sogenannte „L-Dopa-Langzeit-Phänomen“ auftreten. Dieses äußert sich durch nicht kontrollierbare Bewegungen, schmerzende Verkrampfungen oder dem On-Off- Phänomen . Bei diesem befindet sich der Patient in einem ständigen Wechsel von Bewegungsfreiheit und Körperstarre. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, werden auch nach langjähriger L-Dopa Einnahme ergänzende orale Medikamente eingenommen. COMT-Hemmer, NMDA-Hemmer oder Anticholinergika garantieren in Kombination mit Levodopa auch die künftige Wirkung.

Dopamin-Agonisten

Ähnlich wie L-Dopa kompensiert die Medikamentengruppe der Dopamin-Agonisten den Dopaminmangel, indem sie die Dopaminwirkung nachahmen. Dopamin-Agonisten wirken nicht so stark, weswegen sie häufig bei der jüngeren Zielgruppe angewandt werden. Um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten wird die Substanzgruppe der Dopamin-Agonisten häufig mit anderen Medikamenten kombiniert. In manchen Fällen kann es zu Beinödemen, Müdigkeitsanfällen oder Impulskontrollstörungen kommen, weswegen laufend Kontrollbesuche bei einem Internisten eingeplant werden sollten. Nichtsdestotrotz haben die Medikamente eine sehr sichere Wirkung, sofern sie mit der richtigen Dosierung eingenommen werden.

COMT-Inhibitoren

Bei einer zu langen Einnahme des Medikaments L-Dopa, kann es zu schmerzhaften Nebenwirkungen (On-Off-Phänomen) kommen. Um dies zu unterbinden, können COMT-Hemmer, oder auch COMT-Inhibitoren genannt, eingenommen werden. Diese rufen eine Hemmung der Dopaminreduktion hervor und verringern die Levodopa-Dosis. Die COMT-Hemmer werden nur in Kombination mit L-Dopa eingenommen. So kann eine längere Wirkdauer von Levodopa gewährleistet werden. Typische Nebenwirkungen der Inhibitoren sind Übelkeit, Kopfschmerzen oder Durchfallbeschwerden. Jedoch schlagen die Medikamente bei den meisten Patienten gut an und Nebenwirkungen bleiben aus.

MAO-B-Hemmer (Monoaminooxidase-B-Hemmer)

Genau wie die COMT-Hemmer blockieren auch die MAO-B-Hemmer den Abbau des Dopamins. Haben Patienten nicht so schwergradige Symptome, können die MAO-B-Hemmer als Monotherapie eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass es keiner Begleitmedikamente bedarf. In häufigen Fällen werden MAO-B-Hemmer jedoch trotzdem mit Levodopa kombiniert. Denn wie bei einem COMT-Hemmer, kann bei einem MAO-B-Hemmer in Kombination mit Levodopa die Dosis von L-Dopa reduziert werden. Dadurch werden Nebenwirkungen von L-Dopa verringert oder bleiben im besten Fall ganz aus.

NMDA-Hemmer

NMDA-Hemmer kommen meist bei Patienten zum Einsatz, deren Krankheitsverlauf bereits bis zur Akinese (Bewegungsunfähigkeit) vorangeschritten ist. In diesem Fall wird die Medikation intravenös verabreicht. Der Wirkstoff Amantadin wird außerdem angewandt, um ungewollte Drehbewegungen des Patienten und vermehrten Speichelzuschuss zu unterbinden, welcher durch L-Dopa ausgelöst werden kann.

Anticholinergika

Anticholinergika gehören zu den ersten Parkinson Medikamenten, die für die Therapie zugelassen wurden. Diese Art der medikamentösen Behandlung wird vor allem bei Patienten mit einem starken Ruhetremor verabreicht, ruft jedoch oft starke Nebenwirkungen hervor. Dies ist der Grund warum sie mittlerweile nur mehr selten zum Einsatz kommt. Der Tremor (Muskelzittern) kann ebenso gut mit anderen Medikamenten behandelt werden.


Fortgeschrittene medikamentöse Parkinson Therapie

Fortgeschrittene medikamentöse Parkinson Therapie

Die therapeutische Behandlung von Parkinson verläuft über mehrere Jahre und sogar Jahrzehnte, da die Krankheit bis jetzt nicht heilbar ist. Die Parkinson Therapie beinhaltet in den meisten Fällen Levodopa (L-Dopa). Das Problem von Levodopa ist jedoch, dass das Medikament nach langjähriger Einnahme meist nicht mehr dieselbe Wirkung wie zu Beginn der Therapie aufweist. Zudem kommt es häufig zu dem sogenannten „L-Dopa-Langzeit-Phänomen“, bei welchem Verkrampfungen, ungewollte Bewegungsabläufe und vor allem das On-Off-Phänomen auftreten.

Das On-Off-Phänomen

Im Laufe der langjährigen Parkinson Therapie kann der Fall eintreten, dass L-Dopa seine Wirkung verliert und die Parkinson Beschwerden erneut auftreten. Diese äußern sich als die bekannten Kardinalsymptome , wie zum Beispiel Muskelzittern, Verlangsamung der Bewegungen oder auch Muskelstarre. Bei dem OFF-Effekt kann es jedoch auch zu nicht-motorischen Symptomen wie etwa depressive Phasen, Angstzustände oder Schmerzen kommen. Patienten leiden unter den OFFs zumeist in der Früh nach dem Aufwachen, da zu dem Zeitpunkt die eingenommenen Medikamente noch nicht wirken. Ist der Krankheitsverlauf zudem weiter vorangeschritten, so können die OFF-Phasen auch sehr unerwartet erscheinen. In Kombination mit diesen Beschwerden treten im ON häufig Dyskinesien (unkontrollierte Bewegungen) auf. Jene Umstände bereiten den Patienten viele Probleme im Alltag, bei Freizeitaktivitäten und in ihrer Selbstständigkeit. Das On-Off-Phänomen und seine Folgen kann schließlich mehrere Stunden täglich die Betroffenen physisch, als auch psychisch belasten und ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

Therapie mit Apomorphin

Apomorphin Therapie

Apomorphin wird mittels Pen oder Pumpe unter die Haut injiziert und sorgt für eine kontinuierliche Wirkstoffverabreichung. Der Wirkstoff wird vor allem bei Auftreten des On-Off-Phänomens angewendet, um den Patienten rasch wieder aus dem OFF zu holen. Der Apomorphin-Pen entfaltet seine Wirkung bereits nach 8 Minuten. Diese Darreichungsmethode des Wirkstoffs Apomorphin mittels Pen ist die schnellste derzeit am Markt verfügbare Methode. Die Mini-Pumpe hingegen kommt zum Einsatz, wenn der Patient bereits einen fortgeschritteneren Krankheitsverlauf aufweist.

Was ist Apomorphin?

Apomorphin wird angewendet, wenn orale Medikamente gegen Parkinson zu starken Wirkungsschwankungen führen und auftretende Symptome nicht mehr auszureichend behandeln können. Es ähnelt dem Botenstoff Dopamin sehr stark und zählt aufgrund dessen zu den Dopaminagonisten. Seit Ende der 1980er wird Apomorphin erfolgreich verabreicht, da es denselben Effekt wie das Basismedikament Levodopa aufzeigt. L-Dopa und Apomorphin zählen somit zu den effektivsten Ersatzsubstanzen des Neurotransmitters Dopamin. Apomorphin wird nicht durch den Mund als Tablette, sondern subkutan aufgenommen. Dies bedeutet, dass der Wirkstoff mittels Pen oder Pumpe unter die Haut injiziert wird. Ob eher der Apomorphin-Pen oder die Apomorphin-Pumpe in die Therapie integriert werden soll, hängt von dem Schweregrad der Krankheit, der Symptome und der Häufigkeit der OFF-Phasen ab.

Der Begriff Apomorphin darf übrigens nicht missverstanden werden. Er steht in keiner Relation zu dem Wirkstoff Morphin und der Patient läuft daher auch nicht Gefahr davon abhängig zu werden.

Der Apomorphin Pen

Der Apomorphin-Pen wird meist schon während eines früheren Krankheitsstadiums herangezogen, um Bewegungsarmut weitestgehend zu verhindern. Motorische Beschwerden können aufgrund des Pens oft sogar innerhalb weniger Minuten behandelt werden. Ähnlich wie auch ein Insulin-Pen für Diabetiker ist der Apomorphin-Pen bereits vorgefüllt und kann zusätzlich zu oralen Medikamenten angewandt werden. Er dient dazu, die OFF-Phasen der Betroffenen zu unterbinden oder deren Symptome zu lindern. Der Pen sollte eingesetzt werden, wenn die Bewegungsfreiheit des Parkinson Patienten eingeschränkt ist oder er schmerzhafte Dystonie (unkontrollierte und ungeplante Anspannung der Muskeln, hauptsächlich in den Beinen) in der Früh verspürt.

Ist der Patient zudem willkürlichen oder vorhersehbaren OFF-Phasen ausgesetzt, bzw. treten die ON-Phasen sehr verzögert ein, so ist dies meist bedingt durch eine Verzögerung oder einem Ausbleiben der medikamentösen Wirkung. Dies geschieht häufig nach Mahlzeiten und kann für den Betroffenen sehr belastend sein. In diesem Falle eignet sich der Pen, um die Beschwerden auszugleichen. Auch bei auftretenden OFF-Phasen in der Nacht, kann der Apomorphin-Pen angewandt werden. Leidet der Patient des Weiteren unter Verdauungsproblemen, kann dies die orale Medikamentenzufuhr inklusive deren Wirkung verlangsamen. Um dies zu vermeiden, bietet sich der Pen an. Bevor der Pen verwendet wird, bedarf es unbedingt eines Gesprächs mit dem zuständigen Arzt. Da jeder Patient andere Symptome vorweist bzw. anders auf Behandlungsmethoden reagiert, ist es wichtig herauszufinden, ob der Apomorphin-Pen geeignet ist.

Für wen ist der Apomorphin Pen geeignet?

  • Patienten, die unter einer frühmorgendlichen Unbeweglichkeit leiden
  • Patienten, bei denen sich aufgrund von Verdauungsproblemen die Medikamentenaufnahme und damit deren Wirkung verzögert
  • Zur Behandlung eines verzögerten Eintritt von ON-Phasen.

Sehen Sie hier einen Patienten-Erfahrungsbericht rund um die Anwendung des Parkinson-Pens im Alltag.:

Wie wird ein Apomorphin Pen angewendet?

Beim Auftreten motorischer Symptome kann der Pen zur Anwendung kommen. Ähnlich wie bei einem Insulin-Pen wird beim Apomorphin Pen der Wirkstoff direkt in das Fettgewebe der Haut injiziert. In der Grafik sehen Sie, welche Körperregionen dafür in Frage kommen.

Welche Vorteile bringt der Apomorphin Pen?

  • Einfache Anwendung
  • Schnelle Beseitigung motorischer Symptome durch schnellen Wirkeintritt
  • Gute Eignung bei frühmorgendlicher Unbeweglichkeit
  • Effektive Ergänzung zu oralen Medikamenten

Die Apomorphin Pumpe

Die Apomorphin-Pumpe dient zur kontinuierlichen Wirkstoffversorgung, da sie, regelmäßig über den Tag verteilt, Apomorphin abgibt. Mit der Infusion können die täglich auftretenden OFF-Phasen minimiert werden. Dies hat zur Folge hat, dass die Bewegungsfreiheit länger gegeben ist und Überbewegungen vermieden werden. Auf diesem Wege ist die Beweglichkeit vorhersehbarer und ausgeglichener. Die Apomorphin-Pumpe bietet somit auch häufig die Möglichkeit die Dosis oraler Medikamente untertags zu verringern. Unter Umständen kann die Mini-Pumpe auch für bis zu 24 Stunden angewendet werden. Dies hat den Vorteil, dass sich die Betroffenen in der Nacht oft beweglicher und weniger versteift fühlen. Eingestellt wird die Pumpe von einem auf Parkinson spezialisierten Neurologen. Dies geschieht meist im Zuge eines stationären Aufenthalts. Der Patient selbst und, falls gewünscht, auch zusätzliche Betreuungspersonen bekommen währenddessen eine genaue Einschulung zu dem täglichen Umgang mit der Pumpe. Hierbei kann der Patient die Handhabung entweder selbst übernehmen oder aber auch die Begleitperson. Wirkschwankungen können durch die Mini-Pumpe sehr schnell entgegengewirkt werden. Eine individuelle an den Patienten angepasste Dosis ist trotz alledem nötig, da an der richtigen Einstellung meist auch nach der Krankenhausentlassung noch gefeilt werden muss. Ist die Möglichkeit der Reduktion oder sogar Absetzung anderer Parkinson-Medikamente gegeben, so kann die Apomorphin-Pumpe für eine Besserung von Überbewegungen sorgen.

Für wen ist die Apomorphin Pumpe geeignet?

Tritt die hinderliche ON-/OFF-Symptomatik oder eine unkontrollierbare OFF-Phase häufig auf, so eignet sich die Apomorphin-Pumpe. Kommt es zudem vor, dass der Patient unter Dyskinesien (ungewollten Bewegungen) leidet, obwohl er medikamentös gut eingestellt ist, kann die Pumpe empfohlen werden. Eine Erhöhung der oralen Medikamente ist in dem Fall nämlich nicht ratsam. Sollte der Patient bereits seit längerer Zeit in dem Gebrauch eines Apomorphin-Pens sein, kann über eine Umstellung nachgedacht werden. Ist die Anwendung des Pen häufiger als fünf bis sieben Mal täglich notwendig, so eignet sich die Apomorphin Pumpe besser.

Welche Vorteile bringt die Apomorphin Pumpe?

  • Mit einer Apomorphin-Pumpe können Wirkstoffschwankungen stark reduziert und somit OFF-Phasen gemindert werden.
  • Eine bessere Bewegung ermöglicht wieder mehr Unabhängigkeit im Alltag.
  • Auf Dauer können mit der Apomorphin-Pumpe motorische Schwankungen gut behandelt werden.
  • Durch die Therapie mit einer Apomorphin-Pumpe können andere Medikamente deutlich reduziert werden.

Nicht-medikamentöse Begleittherapien

Nicht-medikamentöse Therapie

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie kommen auch verschiedene nicht-medikamentöse Begleittherapien bei der Behandlung von Parkinson Patienten zum Einsatz. Diese dienen dazu, die Begleitsymptome zu lindern und den Patienten bestmöglich im Alltag zu unterstützen. Einen wichtigen Teil der nicht-medikamentösen Begleittherapie bildet die Physiotherapie (Bewegungstherapie). Auch Logopädie (Sprachtherapie) und Psychotherapie sind häufig Bestandteil der Parkinson Therapie.

Physiotherapie (Bewegungstherapie)

Da Parkinson Patienten vor allem durch Muskelzittern, Bewegungseinschränkungen und Muskelstarre eingeschränkt sind, dient Physiotherapie als hilfreiche Begleittherapie. Sie soll helfen, die verbliebene Bewegungsfähigkeit beizubehalten bzw. sogar zu verbessern, um dem Betroffenen wieder Lebensqualität und Selbstständigkeit zu gewährleisten. Die Krankengymnastik spezialisiert sich dabei auch auf den Erhalt bzw. Wiederaufbau der Reaktionsfähigkeit. Die Physiotherapie sollte bereits früh gestartet und regelmäßig besucht werden, um den Krankheitsverlauf hinauszuzögern und die Symptome zu lindern. Die Trainingspläne sind individuell und müssen an jeden Patienten speziell angepasst werden, um die bestmögliche Behandlung sicherzustellen.

Logopädie (Sprachtherapie)

Im Zuge der Erkrankung kann es auch zu Störungen der Stimme oder des Sprechens kommen. Diese äußern sich durch sich durch verändertes Sprechtempo, „Einfrieren“ der Sprache oder willkürliche Lautstärke. Dies kann den Patienten stark beeinträchtigen, führt häufig zu Schamgefühl und resultiert in sozialem Rückzug. Um dem entgegen zu wirken werden logopädische Methoden angewandt, welche die Sprechfunktionen ankurbeln und Schluckprobleme unterbinden. Des Weiteren werden Stimmvolumen, die Aussprache und Atemtechniken geübt und gefördert. Ähnlich wie andere Therapien soll auch hier frühzeitig mit dem Sprechtraining von Parkinson Patienten begonnen werden. Ein gängiger Ansatz ist es, Angehörige in die Logopädie-Therapie miteinzubeziehen, um auch zuhause nötige Unterstützung zu erhalten.

Psychotherapie

Um sich auch den psychischen Belastungen zu widmen, wird häufig Psychotherapie als Begleittherapie geraten. Dies hat vor allem den Vorteil, dass Patienten ein geringeres Risiko haben Depressionen zu entwickeln. Außerdem kann durch sozialen Austausch der Umgang mit der Krankheit erleichtert werden und der Lebenssinn erhalten bleiben.


Operative Behandlung

Sollte die orale medikamentöse Therapie keine Wirkung (mehr) zeigen, gibt es auch eine operative Methode, um Parkinson zu behandeln. Dabei handelt es sich um die sogenannte Tiefe Hirnstimulation.

Tiefe Hirnstimulation

Befindet sich die Parkinson Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, so kann die sogenannte Tiefe Hirnstimulation herangezogen werden. Dies betrifft Patienten, bei welchen die Medikamente nicht mehr ausreichend wirken oder sie diese aufgrund von starken Nebenwirkungen nicht vertragen. Bei der Tiefen Hirnstimulation werden dem Betroffenen Elektroden in die notwendigen Regionen des Gehirns implantiert. Die eingesetzten Elektroden werden des Weiteren mit einem Gerät namens „Hirnschrittmacher“, welcher unter dem Schlüsselbein implementiert wurde, in Verbindung gesetzt. Der zuständige Arzt aktiviert das Gerät, welches elektrische und stimulierende Impulse an das Gehirn weitergibt. Dies hat zur Folge, dass die gestörten Körperfunktionen ausgeglichen und unterstützt werden sollen und Symptome wie den Tremor (Muskelzittern) hemmen. Wichtig zu beachten ist trotz alledem, dass die Tiefe Hirnstimulation ein operativer Eingriff ist, welcher für einige Betroffene nicht zu empfehlen ist.

Welche Therapie bei Parkinson Patienten zum Einsatz kommt ist sehr stark von Alter und Verlauf der Krankheit abhängig. In jeden Fall ist es wichtig, einen Parkinson Spezialisten aufzusuchen, um die bestmögliche Therapie zu bekommen.
Hier finden Sie eine Liste von Parkinson Spezialisten in Ihrer Umgebung.